Volksverrat

Der deutsche Stammtisch, dort wo sich die Volksseele noch ungezwungen und ohne Korrektheitsdiktat ungegendert artikulieren kann, findet keine Ruhe. Ilkay Gündoğan und Mesut Özil müssten erst einmal die Nationalhymne dreimal rauf und runter singen, bis Bundesjogi sie auch nur wieder in die Nähe eines Fußballplatzes lassen dürfe, sind noch die harmlosesten Aussagen. Die gemäßigt deutschen Politiker der bürgerlichen Parteien und des DFB dagegen bemühten sich, dieser Angelegenheit nicht allzu viel Raum zu geben in Anbetracht der großen Aufgabe, die vor der deutschen Nation liegt (der Weltmeistertitel wird auch am Hindukusch verteidigt). Sie ereiferten sich nur kurz an einer vermeintlichen Werteverfehlung, wie sie es gerne vor der Kamera tun, um sich anschließend im Hinterzimmer dem Wesentlichen zu widmen, bspw. der Absprache von militärischen Kooperationen gegen Kurdistan. Der kleine Mann dagegen spürt ganz instinktiv und ohne lange nachzudenken, wo hier das eigentliche Problem ist: Volksverrat. Unter Luther hät‘s das nicht gegeben.